andere jakobswege

Wie heißt es so schön, alle Wege führen nach Rom ... und mit dem Jakobsweg verhält es sich da ganz ähnlich! Die populärste Route - der französische Weg / el Camino Francés - startet von Saint-Jean-Pied-de-Pont, und zu Fuß dauert es etwa 35 Tage, bis man schließlich in Santiago ankommt, d.h., nachdem man 790km "slow-travel" hinter sich gebracht hat. In Navarra, südlich von Pamplona, vereinigen sich der französische Weg mit the Camino Aragonés, der wiederum gewandert in 6 Tagen bzw. nach 165km von Somport nach Puente la Reina führt.

Von der baskischen Stadt Irún startet der Camino del Norte, der zum Großteil entlang der kantabrischen Küste verläuft - eine Route,
 die in frühen Camino-Tagen besonders populär war. Von Irún nach Santiago sind es insgesamt 901km, die letzten km von Arzúa nach Santiago teilt sich der Camino del Norte mit dem französischen Weg. Der primitive Weg / el Camino Primitivo heißt ja nicht umsonst so -es soll der härteste Camino von allen sein! Und auch der älteste, denn es war der asturische König Alfonso II, der von Oviedo sich auf die 
erste, 343km lange Pilgerreise nach Santiago machte, und zwar als man die sterblichen Überreste vom Heiligen Jakob fand. Verglichen hierzu,
sieht der englische Weg wie eine Abkürzung aus, aber zu diesen Zeiten hatten die Pilger schon eine längere Schiffsreise hinter sich, als
 sie dann in Ferrol, im nördlichen Galizien an Land gingen. Die 119km von Ferrol nach Santiago sind immerhin genug fürs offizielle Pilgerzertifikat,
 auch nicht schlecht!

Aus dem Süden Spaniens kommt der Camino Mozárabe* ( *Christen, die unter muslimischer Herrschaft in Al-Andalus
 lebten ). Starten kann man z.B. von Sevilla ( 1000km nach Santiago ) oder "richtig" von Almería ( 1420km ); dieser ( relativ neue ) Camino vereint
 sich in Mérida mit der alten Via de la Plata. Dieser insgesamt sehr lange Weg geht dann durch westliche Gebiete der Extramadura und Kastillien
 nach Ourense in Südgalizien, und dann natürlich weiter nach Santiago.

Nicht vergessen wollen wir den portugiesischen Weg, O Caminho Português, 
der in Oporto anfängt           ( 227km ) und von Süden kommend Galizien nach der Überquerung des Minho erreicht. Von Tui sind es noch 108km bis nach
 Santiago, und für alle , die wirklich nichts auslassen wollen, für die gibt es noch den Camino de Fisterra ... das sind noch mal 3, eher 4 weitere Tage ( 90km ) "auf der Piste", um schließlich "ans Ende der Welt" zu gelangen: eine wilde galzische Küstenlanschaft, die Costa da Morte genannt wird. Wenn man dann am Cabo de 
Finesterre angekommen ist, dann kann man beobachten, wie "Hardcore-Pilger" ihre Wanderstiefel oder Kleidungsstücke verbrennen ... Dies als Symbol für den Anfang eines neuen und besseren Lebens, fern von Materialismus und Konsumismus. Übrigens, zum Schluß noch, die Liste der verschiedenen Caminos ist hier noch lange nicht zu Ende - es gibt noch viele andere Wege, innerhalb und auch außerhalb Spaniens, die nach Santiago führen und die es zu entdecken gilt!

On our way to Santiago
On our way to Santiago