el camino francés - der französische weg

Der Jakobsweg bzw. Camino de Santiago ist heutzutage einer der populärsten Pilgerrouten des Christentums. Aufgrund seiner reichhaltigen Geschichte und 
der vielen historischen Bauwerke und Monumente ( insgesamt ca. 1800 ), wurde der Camino durch die UNESCO im Jahre 1993 zu einem Weltkulturerbe 
erklärt. Gemeint ist hier der französische Weg, el Camino Francés, der zu einer einmaligen Reise von 790km quer durch den Norden Spaniens einlädt. Auf 
diesem Weg geht es über Gebirgszüge, durch ländliche Gegenden und über die vertrocknete Meseta Altkastilliens ( Castilla la Viaja ). Man lernt Städte kennen
 wie Pamplona, Estella, Logroño, Santo Domingo de la Calzada, Burgos, Sahagún, León, Astorga, Ponferrada, Villafranca del Bierzo ... und, nachdem man den Camino Duro erklommen hat ( schön, aber steil! ) und sich in O Cebreiro ein bißchen verpustet, dann
 hat man es nach Galizien geschafft! Nach der meist braunen Meseta ... ist hier alles grün, und in Galizien 
ist vieles anders wie in "Restspanien" - eine autonome Region, wo eigene Sitten und 
Gebräuche noch ganz lebendig sind. Hier heißt es auch "O Camiño",und die noch verbleibenden 100km nach Santiago de Compostela sind ein wunderbarer Augenschmaus! Gemütliche 
Landstraßen führen durch liebliche, leicht ondulierte und saftige Landschaften , durch bewaldete Flußtäler and kleine Dörfer, wo scheinbar die Zeit wohl so einige Jahre stehen geblieben ist. Und dann endlich: Santiago de Compostela! Die Praza de Obradoiro, der große Platz vor der Kathedrale mit ihr reich dekorierten Barockfassade. Drinnen, die Pórtica da Gloria, das Mittelschiff und der Hauptaltar ... die Krypta mit den Reliquien des Heiligen Jakob und seiner beiden Schüler - das Ziel der Reise ist erreicht! Jetzt fehlt nur noch eines ... wäre es nicht perfekt jetzt den großen, alten Botafumeiro ( 80kg, 160m hoch! ) oben durch die Kathedrale schwingen zu sehen und zu erleben, wie alles von dicken und süßen Weihrauch-Wolken eingehüllt wird ... und wenn es  dieses Mal nicht geklappt hat, dann ist es ein Muß beim nächsten Mal hier in Santiago de Compostela! Ganz sicher!